Zu Fuß durch Sambia: Auge in Auge mit der Raubkatze

Von Tim Langlotz

Es ist heiß und trocken im South Luangwa Nationalpark. Schon die Fahrt von Mfuwe durch die Landschaft und vorbei an kleinen Dörfern ist eine staubige Sache. Wir sind eine Gruppe von fünf Safari-Urlaubern und einem professionellen Fotografen.

Die Karte zeigt die Verbreitung von Flora und Fauna

Die Karte zeigt die Verbreitung von Flora und Fauna und ist das wichtigste Utensil zur Planung der Route. Foto: Tim Langlotz

Unser Gepäck inklusive Kameras und Objektive sind sicher verstaut, denn während der rasanten und schaukeligen Fahrt im hohen Landcruiser sind sowieso keine guten Fotos möglich. Das schmerzt sehr, da eine Vielzahl toller Motive an uns vorbeizieht: Knorrige Bäume, zerzauste Büsche, die unendlich weite Steppe und die Hitze, die man nicht nur fühlen, sondern auch sehen kann.

Pulsierende Lebensader Nkwali Camp

Das Ziel unserer Fahrt ist das Nkwali Camp, das auf dem Privatland von Robin Pope Safaris mitten im South Luangwa Nationalpark liegt. Der Park ist eines der bezauberndsten Wildschutzgebiete in ganz Afrika, das sich über 9.000 Quadratkilometer erstreckt und am Fluss Luangwa liegt.

Mit seinen Windungen, Lagunen und Seitenarmen bildet er die Lebensader für die Tierwelt des Parks und zieht vor allem in der Trockenzeit viel „Game“ an, wie die wilden Tiere in Afrika genannt werden. Elefanten, Büffel, Leoparden, Löwen, Giraffen, Flusspferde und die hier heimischen Puku-Antilopen sowie 400 verschiedene Vogelarten gibt es hier zu bestaunen.

Der Geländewagen der Foto-Safari

Dank seines zusätzlichen Heckaufbaus bietet der Geländewagen genügend Platz für die Gruppe. Foto: Tim Langlotz

Und dann sind da natürlich auch die Krokodile, die am Ufer dösen. Nach der rasanten Fahrt geht es zu Fuß weiter in den Park, um in der Natur nach wilden Tieren zu suchen. Dieses Mal habe ich eine Kamera mit großem Objektiv in der Hand, die leichtere hängt über der Schulter. Unterwegs Objektive zu wechseln, ist hier keine Option. Erstens: Ein Wechsel würde viel zu lange dauern – da ist jede Antilope längst weg. Zweitens liegt viel zu viel Staub in der Luft, der sich dann im Gehäuse absetzen kann.

Kennt den Nationalpark wie seine Westentasche: Fährtenleser Tschabo

Kennt den Nationalpark wie seine Westentasche: Fährtenleser Tschabo. Foto: Tim Langlotz

Der Fokus liegt auf Schatten

Doch nicht nur Tiere bieten hier ein faszinierendes Motiv: Der Park ist auch landschaftlich reizvoll. Miombo-Waldgebiete wechseln sich mit offenen Ebenen ab, aus denen sich markant große Leberwurst- und Affenbrotbäume erheben. Speziell Erstere sind beliebt bei den Pavianen. Und die sind ihrerseits wiederum ein lohnenswertes Motiv. Zudem sind die Bäume ein hervorragender Schattenspender – also picknicken wir erst mal. Frisch gestärkt geht die Pirsch weiter. Wir sehen Giraffen auf der Suche nach den letzten grünen Blättern und auch eine Elefantenherde mit ihren tapsigen Jungtieren im Schlepptau ist mehr als eine Fotoserie wert.

Elefanten-Herde an einem Wasserloch.

Eine Elefantenherde mit Jungtieren sucht die letzten grünen Blätter. Foto: Tim Langlotz

Die Spur eines Leopardes taucht auf

Plötzlich liegt Spannung in der Luft. Unser Fährtenleser Tschabo und die bewaffneten Ranger halten inne, beugen sich tief über einige Spuren im Sand und versuchen, die Fährte zu entziffern. Ist es das, was wir erhoffen? Ist einer der sogenannten Big Five in unserer Nähe? Ein Büffel, ein Nashorn, ein Löwe, ein weiterer Elefant oder gar ein Leopard? Ja, es seien die frischen Pfotenabdrücke eines Leoparden. Doch zunächst verliert sich die Spur.

Lagerfeuerromantik

Zweckmäßig gestaltet sich der Grill über dem Lagerfeuer.
Doch auch ohne Hochglanzküche wird der Fisch gar. Foto: Tim Langlotz

Und trotzdem ist die Großkatze abends im Camp das Gesprächsthema Nummer eins. Solch gefährlichen Tieren zu Fuß zu folgen, ist ein viel intensiveres Erlebnis, als mit dem Landcruiser daran vorbei zu fahren. Zu Fuß, das heißt langsam, das heißt viele Minuten und Stunden da draußen zu verbringen. Und das heißt auch: Unser Guide hat jede Menge Zeit, uns ganz viel zu zeigen, zu erzählen und unsere Sinne zu schärfen. Könnt ihr den Vogel singen hören? Welcher ist es? Seht ihr die Losung im Sand liegen? Von welchem Tier stammt sie? Was riecht ihr im Moment?

Schädel eines Impalas

Trotz ihrer Schönheit fordert die raue Natur auch ihre Opfer: Der Schädel eines geschlagenen Impalas. Foto: Tim Langlotz

Ein alter Bekannter ist wieder da

Mit Sonnenaufgang starten wir zur Morgenwanderung entlang des Mupamadzi, einem der wichtigsten Neben- und Zuflüsse des Luangwa. Diesmal entdecken wir nicht nur neue Leopoardenspuren, wir sehen ihn auch, wie er langgestreckt durchs flache Gras streift. Faszinierend. Er ist ganz ruhig, wirkt satt und zufrieden und hat kein Interesse an uns – Zeit und Ruhe für jede Menge Bilder. Das Licht ist gut, das Motiv perfekt, das Foto hält den Moment fest – für alle, die an der Safari teilnahmen und teilhaben wollen.

Auf den Spuren einer Raubkatze

Entspannt bewegt sich der Leopard durch das niedrige Gras und lässt sich freimütig fotografieren. Foto: Tim Langlotz

 

 


Reise-Informationen

Die Anreise erfolgt mit South African Airlines (SAA) ab Frankfurt/Main oder München via Johannesburg nach Lusaka mit anschließen dem Transfer nach Mfuwe. Für die Einreise nach Sambia brauchen Sie einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Das Visum ist bei der Einreise erhältlich und kostet 50 US-Dollar. Wer die Robin-Pope- Wandersafari erleben will, bucht am besten über www.abendsonneafrika.de.

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Tim Langlotz (39) lebt und arbeitet als Fotograf in Barcelona. Seine Bilder illustrieren deutsche und spanische Magazine, darunter MERIAN und DER FEINSCHMECKER.

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