CEWE Fotoworkshop „Sundown-Foto-Challenge“

Motive fotografisch zum Leben erwecken

Von Zentralperspektive bis „Goldener Schnitt“, von Schärfe und Unschärfe, von Aufnahmetechnik bis zu Gestaltungsgrundlagen, vom Geschichten erzählen im Einzelbild und in einem CEWE FOTOBUCH – der CEWE Fotoworkshop „Sundown-Foto-Challenge“ vom 15. bis 17. Juli in Kressbronn-Gohren am Bodensee bot dem runden Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmer alles, was das Herz engagierter Fotografen höher schlagen läßt. Und tolle Fototipps zum Experimentieren.

Die Teilnehmer des CEWE Fotoworkshops freuten sich auf spannende Tage.

Die Teilnehmer des CEWE Fotoworkshops freuten sich auf spannende Tage.

Kann ein Surfbrett auf Ständer zu später Abendstunde wirklich ein Fotomotiv sein? Oder eine Seifenblase im grellen Sonnenlicht? Für Tobias, Anni, Pascal, Florian, Carmen, Christian, Tarja, Karl, Bärbel, Wolfgang und Martina schon. Man muß nur wissen wie. Diese und viele weitere Aufgaben lösten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen des CEWE Fotoworkshops am Bodensee mit erstaunlichen Ergebnissen, wie das Beispiel des „Surfbrett-Motivs“ zeigt:

Tobias montiert seine Kamera auf ein festes Stativ und stellt das Menü auf Dauerbelichtung von 15 Sekunden und Selbstauslöser. Mit seiner Stirnlampe leuchtet er auf das senkrecht in der Verankerung liegende Surfbrett, um die Schärfe manuell zu fixieren. Jetzt drückt er auf den Auslöser und spurtet hinter das Surfbrett, um mit einer Taschenlampe „Fischflossen“ auf die obere Kante des Surfbretts zu malen. Gleichzeitig assistiert ihm Martina, die das Brett von vorne mit einer weiteren Lampe anleuchtet. Klack, der Verschluß beendet hörbar diesen experimentellen Versuch – und auf dem Display ist sofort sichtbar, was daraus geworden ist. Diese und viele weitere kreative Ansätze setzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits am ersten Abend des Workshops in starke Bildergebnisse um.

Doch vor der Praxis kommt die Theorie. Workshop-Leiterin und Profi-Fotografin Ann Gabrysch erläuterte am Nachmittag den zwölf Fotoenthusiasten aus Süddeutschland und Österreich die wichtigsten Zusammenhänge der Aufnahmetechnik für die spätere Umsetzung in eine eigene Bildsprache: Der perfekte Umgang mit der Blende und damit gekoppelt mit Schärfe und Unschärfe, das Fotografieren zur „blauen Stunde“ und bei Nacht, wie und warum man die Zentralperspektive einsetzt und wie man – mittels Graufilter – auch bei starkem Sonnenlicht die Belichtungszeit ausreichend lang wählen kann, um vom Stativ aus Bewegungsunschärfe einzelner Motivteile abbilden zu können. Ausführlich wurden bekannte Gestaltungsprinzipien wie der sogenannte „Goldene Schnitt“ erläutert und an zahlreichen Beispielen gezeigt – aber auch, warum man die Regeln ab und zu auch einmal brechen sollte. Schnell entwickelten sich lebhafte Diskussionen unter den Workshoplern. Bevor es dann mit Kameras, Stativen und sonstigem Fotozubehör hinaus ging zu den zahlreichen Motiven am Bodensee, ermunterte die Workshop-Leiterin die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich im Kopf schon ein Konzept zurecht zu legen, ob man seine Bilder später lieber als Einzelbild ausdrucken (dafür standen zwei CEWE Fotostationen zur Verfügung) oder ob man eine Geschichte mit vielen Fotos erzählen möchte im Kontext eines CEWE FOTOBUCHs.

Nach zwei Tagen intensiven Fotografierens, zwischenzeitlichen Bildbesprechungen und allen anderen Schritten rund um engagierte Fotografie suchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre besten Bilder aus – und stellten sie der Runde mit ihren jeweiligen Fototipps vor. Hier einige starke Beispiele:

 

Tipp 1: Motiv als Streublende nutzen 

Jeder Fotograf weiß: Fotografiert man mit kleiner Blende gegen die Sonne oder eine andere Lichtquelle, so werden auf dem Bild die Strahlen deutlich sichtbar. Das funktioniert, wie das Bild von Tarja zeigt, auch dann, wenn man eine relativ kleine Öffnung eines Motivs wie diese Blätter als „Motiv-Blende“ nimmt.

Motiv als Streublende nutzen - Bildautor: Tarja

Motiv als Streublende nutzen – Bildautor: Tarja

 

Tipp 2: Fließende Bewegungsunschärfen auch bei Sonnenlicht 

Da kann man machen was man will: Bei grellem Sonnenschein sind die Belichtungszeiten einfach zu kurz, um attraktive und bildwirksame Bewegungsunschärfen erzeugen zu können. Da hilft ein Graufilter, eventuell kombiniert mit Farbfiltern, um dem Licht die Intensität zu nehmen und so auf entsprechend lange Belichtungszeiten beispielsweise von 1 Sekunde zu kommen. Achtung: Das funktioniert natürlich nicht „aus der Hand“, sondern nur mit Stativ, da solche Motive ja ihren Reiz aus der Mischung von sich bewegenden und unbeweglichen Bereichen ziehen.

Fließende Bewegungsunschärfen auch bei Sonnenlicht -  Bildautor: Tobias

Fließende Bewegungsunschärfen auch bei Sonnenlicht – Bildautor: Tobias

 

Tipp 3: Motivteile bei Nacht anleuchten

Später Abend, der Himmel ist schon fast dunkel. Jedes Objekt im Vordergrund ist nur noch als Silhouette zu sehen – es sei denn, man leuchtet es mit einer geeigneten Lampe an. Und schon wird der Vordergrund „lebendig“ und ein wichtiges Element der gesamten Bildgestaltung. Wie lange belichtet werden muß, um das vorhandene Licht richtig wieder zu geben und wie lange und intensiv man den Vordergrund – in diesem Fall den Baum – anleuchtet? Bitte ausprobieren. In diesem Fall waren es mehrere Sekunden Belichtungszeit.

Motivteile bei Nacht anleuchten - Bildautor: Christian

Motivteile bei Nacht anleuchten – Bildautor: Christian

 

Tipp 4: Ruhig mal schräge Sachen machen

Muß ein Horizont immer gerade sein? Nein. In diesem Fall wird er zur Diagonalen, wobei durch das Hereinhalten einer Feder in entsprechend gegenläufigem Winkel formal ein gestalterisches Gegenstück inszeniert wird. Was nicht geht: Der schräge Horizont wird nicht durch ein anderes Bildelement aufgefangen. Und was gar nicht geht: Der Horizont ist nur ein wenig schief. Das sieht leider immer aus wie „nicht gekonnt und nicht aufgepasst“.

Ruhig mal schräge Sachen machen  - Bildautor: Carmen

Ruhig mal schräge Sachen machen – Bildautor: Carmen

 

Tipp 5: Zentralperspektive – aber bitte nicht langweilig

Räume, Ackerfurchen, Reihen von Metallnieten und viele andere Motive laden geradezu ein, sie zentralperspektivisch zu fotografieren. Das sieht in der Regel gut aus, wenn die Kamera gerade ausgerichtet ist und sich die Linien in der Tiefe des Bildes verlieren. Aber irgendwie werden solche Motive schnell langweilig. Wie es anders geht, zeigt das Bild von Anni: Alles perfekt ausgerichtet – aber der unscharfe Flecken oben links sowie vor allem die scharf abgebildete Fliege im Vordergrund rechts sorgen für visuelle Harmonie ohne Langeweile.

Zentralperspektive – aber bitte nicht langweilig - Bildautor: Anni

Zentralperspektive – aber bitte nicht langweilig – Bildautor: Anni

 

Der CEWE Fotoworkshop „Sundown Foto-Challenge“ ist der Auftakt weiterer Seminar- und Workshopaktivitäten des Unternehmens speziell auch im süddeutschen Raum sowie in den angrenzenden Ländern Österreich und Schweiz. Roman Arnold, Gebietsverlaufsleiter CEWE Stiftung & Co. KGaA: „Die CEWE Fotowelt bietet den engagierten Fotoamateuren vom CEWE Wandbild bis hin zum CEWE FOTOBUCH eine enorm große Auswahl an unterschiedlichen Möglichkeiten, um ihre besten Bilder attraktiv in höchster Qualität zu präsentieren. Mit diesen Workshops wollen wir den Zielgruppen helfen, noch bessere Bilder zu machen, eine eigene Bildsprache zu entwickeln und letztlich die ganze Faszination der Fotografie in der Gruppe gemeinsam zu erleben.“ Diese kreative Gruppendynamik, die auch am Bodensee nach kurzer Zeit des Zusammenseins der Beteiligten einsetzte, ist typisch für alle CEWE Fotoworkshops, ob im Süden oder Norden, Westen oder Osten des Landes. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fotoworkshops am Bodensee jedenfalls hatten nicht nur außergewöhnlich gute Bilder aufgenommen, sondern werden die gesammelten Ideen und die Gestaltung „ihres“ CEWE FOTOBUCHs – unterstützt durch einen entsprechenden Gutschein – noch weit nach dem Workshop-Termin in die Praxis umsetzen und Motive fotografisch lebendig machen.

 

 

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