Smartphone-Fotografie mit Ruth Marcus: Superfeine Bilder mit HDR

Von Ruth Marcus

Das menschliche Auge ist eine tolle Sache – selbst in der Sonne erkennen wir nach einem kurzen Moment der Gewöhnung in hellen Gegenständen und im Schatten noch feine Strukturen – wobei die Augen sich dazu auch bewegen müssen. Für die Automatikfunktion einer jeden Kamera wird es dagegen schwer, wenn ein Motiv sehr helle und sehr dunkle Elemente enthält.

Entweder geht in den ganz hellen oder den ganz dunklen Stellen Struktur verloren, was spätestens in einem größeren Ausdruck sehr unschön aussieht. Abhilfe schafft hier der in vielen Handys vorhandene, aber zu selten genutzte Modus „HDR“. Wo man ihn im Menü aktiviert, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Bei den Modellen von Samsung und Apple beispielsweise findet man den Modus HDR unter „Kamera“. Ansonsten wirft man einen kurzen Blick in die Bedienungsanleitung. Es lohnt sich!

Blüte, fotografiert bei grellem Sonnenschein. Der HDR-Modus war nicht eingeschaltet.
Blüte, fotografiert bei grellem Sonnenschein. Der HDR-Modus war nicht eingeschaltet. Abrisse zeigen sich in den hellen (1), keine Zeichnung in den dunklen (2) Bereichen des Bildes.
Blüte, fotografiert bei grellem Sonnenschein, bei eingeschaltetem Modus HDR.
Blüte, fotografiert bei grellem Sonnenschein, bei eingeschaltetem Modus HDR.

Wie HDR funktioniert? Ganz einfach. Ist der HDR-Modus aktiviert, macht das Handy statt einer Aufnahme zwei bis drei (je nach Modell) vom gleichen Motiv. Dabei „kümmert“ es sich bei der einen Aufnahme um die hellen Bildabschnitte, bei der anderen um die dunklen. Zum Schluss werden die Bilder miteinander verrechnet, so dass dabei qualitativ hervorragende, ausgewogene Aufnahmen herauskommen, die Details auch in Licht- und Schattenbereichen erkennen lassen.

Gewusst wie – und wann

HDR-Aufnahmen haben zwei Nachteile: Ihr Speicherbedarf ist größer als der von normalen Aufnahmen und das Speichern dauert länger.

HDR sollten Sie vor allem dann aktivieren, wenn ein Motiv sehr helle und sehr dunkle Elemente enthält. Oft ist dies der Fall, wenn man einen Raum mit einem Fenster fotografiert. Da sieht es unschön aus, wenn im Zimmer alles gut und detailreich abgebildet wird, das Fenster hingegen nur weiß und strukturlos ist.

Und HDR sollten Sie aktivieren, wenn Sie sich qualitativ gute Aufnahmen wünschen, die Sie stark vergrößern möchten. Während in kleinen Bildern helle oder dunkle Bereiche ohne Zeichnung nicht besonders stören, sehen große Bilder schnell ziemlich scheußlich aus.

Ihre Ruth Marcus

Porträt Ruth Marcus

Ruth Marcus ist eine der renommiertesten Tierfotografinnen Europas. Ihr Equipment ist professionell, robust und dementsprechend teuer. Klar hatte es uns da zunächst überrascht, als sie erzählte, wie gerne sie mit ihrem Handy fotografiert: „Ich liebe es, mit meiner Handykamera zu fotografieren! Mit ihr werde ich zum Kind, werfe Ballast über Bord, spiele und experimentiere, was das Zeug hält. Ich muss mich nicht mit der Technik beschäftigen und kann mich ganz auf das konzentrieren, was beim Fotografieren wirklich wichtig ist: Sehen, Fühlen und Erkennen. Dieses kleine Wunderteil habe ich immer dabei.“

Wir freuen uns, dass die Fotografin für uns „ausgepackt“ hat und Ihnen in ihrer Smartphone-Serie erzählt, wie Sie mit wenig Aufwand, noch mehr aus Ihrer Handykamera herausholen können und dabei auch noch jede Menge Spaß haben.

Tierfotografin Ruth Marcus
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