Smartphone-Fotografie mit Ruth Marcus: die ISO-Zahl

Von Ruth Marcus

Schon im Automatikmodus kann man mit den Fotohandys fantastische Aufnahmen machen. Der Kreativität und den technischen Möglichkeiten sind in diesem Modus jedoch Grenzen gesetzt. Wenn Sie Lust auf „Mehr“ haben, selbst in die Gestaltung mehr eingreifen wollen und bei schwierigeren Lichtverhältnissen fotografieren möchten, dann empfehle ich Ihnen, sich mit dem Profi-Modus Ihrer Handykamera zu befassen.

Der Profi-Modus heißt bei jedem Hersteller anders, aber dort werden Sie einem Begriff begegnen, den ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen möchte: Die ISO-Zahl, die für die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors steht. Warum ist mir die ISO-Zahl so wichtig?

Mein schlafender Herr Rosemann, fotografiert mit dem Samsung S7. ISO 100, Automatikmodus mit aktiviertem Blitz.
Mein schlafender Herr Rosemann, fotografiert mit dem Samsung S7. ISO 100, Automatikmodus mit aktiviertem Blitz.

Aufnahmen bei natürlichem Licht sind oft stimmungsvoller als Blitzlichtaufnahmen. Sobald das Licht nachlässt, gelingen Aufnahmen mit dem Fotohandy aber eher selten: Man verwackelt, die Kamera schaltet doch automatisch den Blitz ein oder die Aufnahmen werden zu dunkel. 

Deshalb sollten Sei bei nachlassendem Licht einfach vor dem Fotografieren die ISO-Zahl beispielsweise von 100 auf 400 oder noch höher hochstellen und erneut fotografieren. Mit der höheren ISO-Zahl wird die Kamera lichtempfindlicher, so dass man bei weniger Licht auch ohne Blitz fotografieren kann und trotzdem nicht verwackelt.

Der schlafende Herr Rosemann, fotografiert bei Kerzenschein mit einer Canon 1 DS Mark III und einem Leica Objektiv 80/1,4. Das Bild wurde anschließend in Photoshop in Duplex umgewandelt.
Der schlafende Herr Rosemann, fotografiert bei Kerzenschein mit einer Canon 1 DS Mark III und einem Leica Objektiv 80/1,4. Das Bild wurde anschließend in Photoshop in Duplex umgewandelt.

Auch wer bewegte Objekte fotografieren und/oder keinesfalls verwackeln will, sollte eine möglichst hohe ISO-Zahl einstellen. Je höher sie ist, desto kürzer muss belichtet werden, so dass man die Aufnahme nicht so leicht verwackelt.

Hohe ISO-Zahlen haben jedoch einen Nachteil: Je nach Qualität der Kamera nimmt das „Rauschen“, das heißt die „Körnigkeit“ der Bilder bei einer hohen ISO-Zahl mehr oder weniger stark zu. Die Bilder wirken dadurch kontrastärmer und unschärfer. Ab welcher ISO-Zahl dies bei Ihrer Kamera der Fall ist, und ob Sie das Rauschen überhaupt stört, müssen Sie selbst ausprobieren. Wenn es Sie stört, genügt oft schon ein leichtes (!) Weichzeichnen in Photoshop oder einer App, um das Problem zu beseitigen.

Welche ISO-Zahl die richtige ist, hängt von Ihrer Kamera, Ihrer „Rauschtoleranz“ und dem Motiv ab. Einfach ausprobieren! Sie werden sehr schnell ein Gefühl dafür entwickeln, wie hoch die ISO-Zahl sein soll oder sein darf.

Ihre Ruth Marcus

Porträt Ruth Marcus

Ruth Marcus ist eine der renommiertesten Tierfotografinnen Europas. Ihr Equipment ist professionell, robust und dementsprechend teuer. Klar hatte es uns da zunächst überrascht, als sie erzählte, wie gerne sie mit ihrem Handy fotografiert: „Ich liebe es, mit meiner Handykamera zu fotografieren! Mit ihr werde ich zum Kind, werfe Ballast über Bord, spiele und experimentiere, was das Zeug hält. Ich muss mich nicht mit der Technik beschäftigen und kann mich ganz auf das konzentrieren, was beim Fotografieren wirklich wichtig ist: Sehen, Fühlen und Erkennen. Dieses kleine Wunderteil habe ich immer dabei.“

Wir freuen uns, dass die Fotografin für uns „ausgepackt“ hat und Ihnen in ihrer Smartphone-Serie erzählt, wie Sie mit wenig Aufwand, noch mehr aus Ihrer Handykamera herausholen können und dabei auch noch jede Menge Spaß haben.

Tierfotografin Ruth Marcus
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie dem Einsatz von Cookies zu. Weitere Informationen zur Verwendung von Cookies, lesen Sie bitte hier.