Smartphone-Fotografie mit Ruth Marcus: Kreativtraining

Die eigene Sicht auf die Welt in neuen, aufregenden Bildern zum Ausdruck bringen macht einen Riesenspaß. Im Weg stehen einem dabei aber oft der Verstand und die eigenen Sehgewohnheiten. Man neigt einfach dazu, immer wieder das Gleiche auf die gleiche Art zu sehen und zu fotografieren.

Arbeite ich an einem Fotoprojekt und habe das Gefühl, mich zu wiederholen, dann versuche ich meinen Verstand auszuschalten, lege die schwere Profikamera beiseite und fotografiere mit meinem Handy wild drauf los. Egal was! Das Blümchen von oben, von unten, von der Seite, oft ohne aufs Display zu schauen. Oder ich krabbele unter mein Pferd und fotografiere sein Maul beim Fressen von hinten. Das Ergebnis dieser Aktivitäten wird zu 95 Prozent aus Abfall bestehen, aber in den restlichen 5 Prozent stecken dann oft die eine neue Idee, die eine neue Sicht auf das Thema, die mich weiterbringen.

Pferd Sharon "blind" fotografiert

Diesen Bildern, die meinen Hengst Sharon von unten zeigen, sind zahllose, „blind“ mit dem Handy fotografierte Aufnahmen vorausgegangen.

Deshalb:

  • Werden Sie zum Kind. Spielen Sie mit Ihrem Handy. Fotografieren Sie blind und intuitiv drauf los. Egal was! Der digitale Papierkorb ist schließlich riesengroß.
  • Experimentieren Sie. Fotografieren Sie den gleichen Gegenstand zu unterschiedlichen Tageszeiten und aus unterschiedlichen Perspektiven. Beobachten Sie, was sich wie verändert.
  • Sammeln Sie Ihre fotografischen Ideen mit dem Fotohandy, um sie später auszuarbeiten. Wichtig: Nehmen Sie diese Skizzen ernst. Mögen diese auch technisch nicht perfekt sein, der neue, aufregende Blick macht oft vieles wett.
  • Wichtig: Wenn ein Bild ein bisschen merkwürdig aussieht, Sie es aber immer wieder anschauen, löschen Sie es nicht, sondern schauen Sie es sich nach einigen Tagen noch einmal an. Zeigen Sie es Freunden und bewahren Sie es im Zweifel auf.

 


Porträt Ruth Marcus

Tierfotografin Ruth Marcus

Ruth Marcus ist eine der renommiertesten Tierfotografinnen Europas. Ihr Equipment ist professionell, robust und dementsprechend teuer. Klar hatte es uns da zunächst überrascht, als sie erzählte, wie gerne sie mit ihrem Handy fotografiert: „Ich liebe es, mit meiner Handykamera zu fotografieren! Mit ihr werde ich zum Kind, werfe Ballast über Bord, spiele und experimentiere, was das Zeug hält. Ich muss mich nicht mit der Technik beschäftigen und kann mich ganz auf das konzentrieren, was beim Fotografieren wirklich wichtig ist: Sehen, Fühlen und Erkennen. Dieses kleine Wunderteil habe ich immer dabei.“  


  • Wir freuen uns, dass die Fotografin für uns „ausgepackt“ hat und Ihnen erzählt, wie Sie mit wenig Aufwand, noch mehr aus Ihrer Handykamera herausholen können und dabei auch noch jede Menge Spaß haben.
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