Smartphone-Fotografie mit Ruth Marcus: Winzig kleine Motive groß fotografieren

Bei Spiegelreflexkameras ermöglichen es Makroobjektive, kleine Gegenstände ganz groß herauszubringen. Mit einem Trick gelingt dies auch mit dem Fotohandy. Eine wirklich tolle Sache, die allerdings nur funktioniert, wenn es hell genug ist, das Motiv sich nicht beziehungsweise nur langsam bewegt und Sie diesem mit der Kamera „auf den Leib“ rücken können: Der Abstand zwischen Objektiv und Motiv darf nur wenige Zentimeter betragen. Wie bei den Makroobjektiven ist der Bereich sehr klein, innerhalb dessen scharf abgebildet wird. Das bedeutet, dass Sie Geduld brauchen und ein bisschen probieren müssen, damit Sie das scharf abbilden können, was Ihnen wichtig ist.

Links: Kaffeebohnen, fotografiert mit der Automatikfunktion eines Samsung S7. Der Aufnahmetisch stand vor einem Fenster. Von links und von rechts kam das Licht einer 60 Watt-Glühbirne. Die Bohnen wurden anschließend in Photoshop leicht geschärft und die Mitteltöne ein bisschen zurückgenommen.

Rechts: Makroaufnahme einer Kaffeebohne, fotografiert mit der Automatikfunktion eines Samsung S7. Ein Wassertropfen auf der Linse der Handykamera erzielte den Makroeffekt. In Photoshop wurde der mittlere Bereich der Bohne anschließend leicht nachgeschärft. 

Wie funktioniert das?

Ein Wassertropfen wird auf der Linse eines Samsung S4 platziert.

Will man ein Motiv von unten fotografieren, setzt man den Tropfen am besten gleich „von unten“ auf die Linse. Er haftet dort sehr gut.

  • Ein einziger, winzig kleiner (!!!!), möglichst kalter Wassertropfen, auf der Linse der Kamera platziert, reicht aus. Er haftet von selbst und verändert die Eigenschaften des Objektivs derart, dass Sie kleine Motive wie eine Kaffeebohne formatfüllend fotografieren können.
  • Vorsicht: Ihre Linse muss wasserdicht sein. Im Zweifel unbedingt beim Hersteller nachfragen!!!
  • Gut zu dosieren ist die Wassermenge mit einer Spritze, die Sie in jeder Apotheke bekommen.
  • Der Wassertropfen auf der Linse eignet sich auch hervorragend dazu, Landschaften und Blumen mit dem Fotohandy auf eine neue Art „malerisch“ zu fotografieren.

Ausprobieren lohnt sich unbedingt! Ich gehe jedenfalls kaum noch ohne eine wassergefüllte Spritze (und natürlich nie ohne Handykamera) spazieren.

Porträt Ruth Marcus

Ruth Marcus ist eine der renommiertesten Tierfotografinnen Europas. Ihr Equipment ist professionell, robust und dementsprechend teuer. Klar hatte es uns da zunächst überrascht, als sie erzählte, wie gerne sie mit ihrem Handy fotografiert: „Ich liebe es, mit meiner Handykamera zu fotografieren! Mit ihr werde ich zum Kind, werfe Ballast über Bord, spiele und experimentiere, was das Zeug hält. Ich muss mich nicht mit der Technik beschäftigen und kann mich ganz auf das konzentrieren, was beim Fotografieren wirklich wichtig ist: Sehen, Fühlen und Erkennen. Dieses kleine Wunderteil habe ich immer dabei.“  

Wir freuen uns, dass die Fotografin für uns „ausgepackt“ hat und Ihnen erzählt, wie Sie mit wenig Aufwand, noch mehr aus Ihrer Handykamera herausholen können und dabei auch noch jede Menge Spaß haben.

Tierfotografin Ruth Marcus
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