Bessere Urlaubsfotos? Einfach mal den Blickwinkel wechseln!

Liebe CEWE-Magazin Leser & Leserinnen, meine Familie und ich, wir reisen gern. Und ich fotografiere gern – fast alles. Meine Lieben meinen immer, dass es eigentlich ein Wunder sei, dass mir nach einem Urlaub die Kamera nicht am Kopf festgewachsen ist und ich muss zugeben, da haben sie gar nicht mal so unrecht. Oft komme ich nach zwei bis drei Wochen unterwegs mit Tausenden von Fotos zurück. Nicht alle davon sind Knaller-Aufnahmen oder Super-Schnappschüsse. Aber viele davon werden doch zu einzigartigen Familienerinnerungen und das ist gut so.

 

Einfach mal abtauchen auf der Isla Holbox in Mexiko.

Einfach mal abtauchen auf der Isla Holbox in Mexiko.

Andere Blickwinkel machen einiges her

Dabei versuche ich immer, den besonderen Blickwinkel einzufangen. Denn seien wir mal ganz ehrlich: Wir haben sie schon alle gesehen, die üblichen Verdächtigen der Urlaubsfotografie.

Vor Sehenswürdigkeiten posierende Menschen inmitten von noch mehr Menschenmassen. Menschen vor Landschaft. Menschen am Pool. Menschen beim Essen.

Dagegen ist absolut nichts einzuwenden, aber ich glaube, Urlaubsschnappschüsse können so viel spannender und einzigartiger sein! Warum nicht einfach mal die Perspektive verändern?

Ich schwöre, das allein wirkt schon Wunder und ich möchte Ihnen heute in meiner Momentchenmal-Kolumne ein paar Tipps für spannendere Urlaubsfotos geben. Vielleicht haben Sie ja Lust auf neue Blickwinkel?

Ich reise gern und viel mit meiner Familie und natürlich ist die Kamera dabei meine ständige Begleiterin. Im Laufe der Jahre hat sich meine eigene Fotografie sehr verändert und entwickelt und ich habe gelernt: Für das bessere Urlaubsfoto reicht es oft schon, einfach die gängigen Perspektiven zu verändern und auch mal etwas Geduld zu haben.

Gerade ist wieder Reisezeit und deswegen möchte ich heute und hier meine ganz persönlichen Tipps für bessere Urlaubsfotos mit Ihnen teilen. Vielleicht nehmen Sie sie ja als Inspiration mit auf Ihre Reise?

Für das bessere Urlaubsfoto reicht es oft schon, einfach die gängigen Perspektiven zu verändern. Nic Hildebrandt, luziapimpinella.com

 

Skateboarder in NYC.

Skateboarder in NYC.

1. Allzeit knipsbereit sein

Wir selbst sind keine Touristen, die zwei Wochen lang am Pool oder Stand mit einem Buch entspannen. Wir drei sind gern unterwegs. Dabei sieht man mich in unserem Trio niemals ohne Kamera um den Hals, den Objektivdeckel abgenommen, den Fotoapparat auf „On“ (mir fällt gerade mal wieder auf, wie sehr ich altmodische Wörter mag) und meist den passenden Auto-Mode für die Situation eingeschaltet.

Selbst als ambitionierte Hobbyfotografin halte ich die Nutzung von Automatik-Programmen der Kamera eben nicht für eine Schande. Denn unterwegs möchte ich jederzeit bereit sein, ein Foto zu schießen. Ohne viel Fummeln an Blenden und Belichtungen, sondern ganz spontan.

Einen echten und ungestellten Moment ganz nebenbei einzufangen, ist immer mein Ziel. Und es liegt nun mal in der Natur der Augenblicke, dass sie höchst flüchtig sind. Da bleibt keine Zeit für Kamera-Kramerei und Einstellerei. Ich bin lieber bereit für alles! Und selbst wenn ich mal am Pool liege – eine Kamera liegt immer einsatzbereit in Griffweite.

Außerdem: Meine Lieben haben schon wirklich viel Geduld für meine Fotoleidenschaft. Ständig warten sie ohne zu meckern auf mich, wenn ich wieder mal irgendwo spontan stehen bleibe und einen dieser Momente einfange. Wenn ich jetzt noch anfangen würde, ihre Geduld mit manuellem Fotoperfektionismus zu überstrapazieren, wäre es vermutlich irgendwann damit vorbei. Schließlich wollen wir im Urlaub gemeinsam Spaß haben!

 

Lokales everyday Streetfood ist immer eine gute Idee.

Lokales everyday Streetfood ist immer eine gute Idee.

2. Die Details sehen und sie lieben!

Einen großen Teil unserer Reisefotoalben bilden wohl die Fotos, die schlicht und einfach das Leben im Urlaubsland, die Menschen, die Kultur und die ganzen liebenswerten Details der besuchten Orte festhalten. Ich sehe sie gern als Bausteinchen unserer Erinnerungen. Am liebsten möchte ich alles, was wir unterwegs so sehen, für immer festhalten, damit wir die Eindrücke nie vergessen und die Stimmung wieder und wieder fühlen können:

Die Kinderfüße meiner kleinen Tochter im Sand von Koh Nangyuan. Oder den köstlichen Eintopf namens Orojo (Suaheli, übersetzt so viel wie „alles drin“) am Streetfood-Stand in den Altstadt-Gassen von Sansibars Hauptstadt Stonetown.

Kleine Details, kurze Momente, die eine Reise zu einer ganz besonderen Erinnerung machen.

 

3. Familien-Schnappschüsse der anderen Art schießen!

Ich mag unangestrengte, kreative Familienportraits am liebsten. Schließlich sind wir in den Ferien und haben Spaß! Wieso also nicht ein bisschen Zeit in ein paar lustige Familien-Schnappschüsse der anderen Art investieren?

Eines unserer Familienportraits - als Reflexion im Rückspiegel eines Tuk Tuks in Bangkok.

Eines unserer Familienportraits – als Reflexion im Rückspiegel eines Tuk Tuks in Bangkok.

 

Das geht natürlich nur, wenn jeder wirklich Lust darauf hat. Aber Urlaubsfotos von uns Drei auf Reisen sehen tatsächlich sehr selten klassisch aus. Gerade das macht sie für uns so besonders.

Wenn Ihr Kind keine Lust hat, lassen Sie es einfach mal mit der Knipserei. Nic Hildebrandt, luziapimpinella.com

 

 

 

Ich kann mich nur wiederholen – auch dabei liebe ich ungewöhnliche Perspektiven, unkonventionelle Bildausschnitte oder auch Reflexionen. Das hübsche Tochterkind in unseren Fotos auch mal „abgeschnitten“ oder völlig „untergetaucht“!

Gerade Kinder lieben diese Art des Fotografierens besonders, denn oft ist es mit dem Spaß doch schon vorbei, wenn Muddi oder Vaddi sagen: „Lach doch mal!“ oder „Guck doch mal so!“. Deswegen hier an dieser Stelle mein großes Plädoyer dafür, einfach mal richtig viel Spaß zu haben am Fotografieren und fotografiert zu werden! Denn wenn Ihr Kind keine Lust hat, lassen Sie es einfach mal mit der Knipserei.

Wenn Sie selbst immer spontane Gesichtsverkrampfungen haben, sobald eine Kamera gezückt und auf Sie gerichtet wird, wird es ‚eh nichts. Machen Sie sich locker, denn die schönsten Fotos sind immer noch die unverstellten. Und es muss ja auch gar nicht immer das Gesicht im Bild sein. 😉

 

Hier mit einer Spielzeug-Kamera, aber lieber mit einer echten unterwegs!

Hier mit einer Spielzeug-Kamera, aber lieber mit einer echten unterwegs!

4. Apropos Kinder! Den Kindern unbedingt auch mal eine Kamera in die Hand drücken!

Ich verrate Ihnen ein persönliches Geheimnis. Dass meine Tochter so unglaublich geduldig mit ihrer fotoverrückten Mama ist, liegt vor allem daran, dass sie selbst sehr gern fotografiert. Wir haben ihr schon in jungen Jahren immer gern eine eigene Kamera in die Hand gedrückt.

Eine ältere, kleine digitale Kompaktkamera, die sie von mir „geerbt“ hatte, war schon mit fünf Jahren ihr ganzer Stolz. Sie dokumentierte unsere Reisen damit auf ihre ganz eigene kindliche (Sicht-)Weise. Kinder können wirklich unglaublich tolle Fotos schießen und sie sind stolz wie Bolle auf ihre Erfolge – man muss sie nur lassen.

Ein wunderbarer, nicht zu unterschätzender Nebeneffekt ist übrigens, dass kaum noch Langeweile aufkommt, sobald ein Kind die Möglichkeit hat, mit einer eigenen Kamera auf Fotojagd zu gehen. Auch das sonst so obligatorische „Wie weit müssen wir denn noch laufen?“ wird glatt vergessen. Unbezahlbar auf Städtereisen mit Kindern!

 

Wirklich allein vor epischer Kulisse?

Wirklich allein vor epischer Kulisse?

5. Auch mal Geduld für den richtigen Moment haben!

Touristenmagnete sind meistens vollgestopft mit Menschenmassen. Ich persönlich mag es nicht so gern, wenn ich alle mögliche fremde Leute mit auf meinen Urlaubsfotos verewige.

Manchmal kann es sich deshalb lohnen, ganz früh aufzustehen und an einer Sehenswürdigkeit zu sein, bevor die Massen sie fluten.

Wenn man jedoch, so wie ich, eher kein früher Vogel ist, dann kann man sich aber immer noch in der Tugend der Geduld üben. Man munkelt ja, dass diese Eigenschaft in vielen Situationen sehr nützlich ist, so eben auch beim Fotografieren.

Das Warten auf einen einsamen (oder zumindest menschenleereren) Moment lohnt sich tatsächlich immer. Sei es vor der Pyramide von Chichèn Itzá oder auch am legendären Muschelstrand von Sanibel Island in Florida.

 

Keine fremden Menschen oder Körperteile mit auf dem eigenen Urlaubsfoto zu haben, ist einfach schöner. Und sollte es trotz aller Geduld doch passieren, dann darf auch mal Photoshop mit seinen Retuschier-Möglichkeiten nachhelfen, finde ich.

 

Der Eiffelturm muss eben nicht immer die erste Geige spielen.

Der Eiffelturm muss eben nicht immer die erste Geige spielen.

6. Unschärfen und Blickwinkel geschickt einsetzen und Spannung erzeugen!

Wer sagt eigentlich, dass berühmte Sehenswürdigkeiten immer prominent fotografiert werden müssen?

Keine fremden Menschen oder Körperteile mit auf dem eigenen Urlaubsfoto zu haben, ist einfach schöner. Nic Hildebrandt, luziapimpinella.com

Ich finde, dass man das auch mal ganz anders tun kann und plötzlich ein viel spannenderes Ergebnis hat. Deswegen nähere ich mich den Wahrzeichen gern mal aus etwas ungewöhnlicheren Perspektiven und lasse sie auf dem Bild auch mal die zweite Geige spielen.

Plakativ, mittig und frontal sieht man doch schon viel zu oft, nicht wahr? Die Freiheitsstatue erkennt auch jeder, wenn sie im Foto nicht die Hauptrolle spielt. Der Eiffelturm wirkt auch dann wunderschön, wenn er nur verschwommen im Hintergrund steht. Ich liebe es, mit dem Blickwinkel und der Tiefenschärfe zu spielen. Probieren Sie es doch auch einmal!

 

Spielende Kinder am Kiwenga-Strand auf Sansibar

Spielende Kinder am Kiwenga-Strand auf Sansibar

7. Nicht vergessen, Land und Leute einzufangen!

Selfies und Erinnerungsfotos von den Lieben sind natürlich ein Muss. Und dennoch denke ich, dass ein jedes Urlaubsalbum (oder Urlaubs-Fotobuch) nur dann vollständig ist, wenn man es geschafft hat, auch Land, Leute und Kultur im Bild einzufangen.

Denn genau deswegen, um das zu entdecken, verreist man ja auch. Deshalb liebe ich es, Szenen des „echten“ Lebens mit meiner Linse festzuhalten.

Oft gehe ich alleine mit meiner Kamera spazieren, wenn meine Familie mal eine Auszeit am Pool oder am Strand braucht, ich aber rastlos bin.

 

Ich schärfe mein Auge für Details, versuche das zu bannen, was mein Reiseziel so einzigartig macht. Zusammen mit den Familienfotos ergibt das am Ende der Reise ein ganz besonderes Mosaik zum Erinnern.

 

Baby-Löwe in der afrikanischen Serengeti.

Baby-Löwe in der afrikanischen Serengeti.

8. Besondere Reisen erfordern manchmal besonderes Equipment! 

Ich bin nicht so der totale Technik-Freak. Natürlich habe ich gern eine gute Kamera, vernünftige Objektive und die Möglichkeiten, die das mit sich bringt.

Trotzdem bin ich immer noch der Meinung, dass der Fotograf das gute Foto macht und nicht das teure Equipment. Seit vielen Jahren bin ich nun auf allen unseren Reisen mit 2 Objektiven im Gepäck unterwegs:

einem 18-200mm Zoom-Objektiv und einer lichtstarken 50mm Festbrennweite. Mit dieser Kombination fühle ich mich für alle Situationen gut genug gewappnet.

Trotzdem bin ich immer noch der Meinung, dass der Fotograf das gute Foto macht und nicht das teure Equipment. Nic Hildebrandt, luziapimpinella.com

 

Mehr mitzuschleppen, macht für mich im Normalfall keinen Sinn. Bei manchen Reisezielen lohnt es sich dann aber vielleicht doch, über eine Aufrüstung nachzudenken.

Fotoquatsch im Urlaubspool.

Fotoquatsch im Urlaubspool.

Unsere Safari-Reise nach Tansania, die ich gerade erst in meinem allerersten CEWE FOTOBUCH verewigt habe, war so ein Fall für mich.

Ich habe mich dazu durchgerungen, in ein zusätzliches 150-500mm Tele-Zoomobjektiv zu investieren. Das war eine sehr gute Entscheidung.

Denn obwohl wir in den Nationalparks Tansanias den vielen wilden Tieren näher kamen, als wir je zu hoffen gewagt hatten, kamen mit diesem Equipment ganz beeindruckende, rahmenfüllende Tierportraits zustande.

Fotos, die heute noch mein Herz bewegen, wenn ich sie anschaue.

 

Solche Aufnahmen wären mit meiner Grundausstattung allein eben doch nicht möglich gewesen. Es lohnt sich also schon bei der Planung einer Reise auch darüber nachzudenken, welche Fotosituationen einen erwarten werden.

Vielleicht braucht man ja auch mal eine wasserdichte Kamera… aus Gründen.

 

Wagen Sie doch auch mal neue Perspektiven! Einen schönen Urlaub allerseits.

Herzlichst,

Ihre Nic

 

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