Von Hochzeitstrends 2016 bis Tipps für den eigenen Liebesbrief – Design-Expertin Johanna Huber im Interview

Sie ist verliebt in schöne Schriften und die Stempeltechnik, Farben des eigenen Gartens inspirieren sie: Johanna Huber geht parallel neugierig mit ihren Kindern auf Entdeckungsreise. Unsere Verbündete für neuen Zauber in der Welt der CEWE CARDS leiht uns seit sieben Jahren ihre Handschrift. Nico Lindner, Redakteur bei CEWE, hat mit ihr gesprochen – und beispielsweise herausgefunden, für wen ihr jüngster romantischer Brief gedacht war.

Nico Lindner:
Frau Huber, erinnern Sie sich noch an Ihre eigenen 
Liebesbriefe?

Johanna Huber:
Ja, noch ziemlich genau. Die Gestaltung war für mich bei Liebesbriefen immer ein besonders wichtiges Thema. Ich habe den einen oder anderen verfasst. Für jeden von ihnen war es natürlich wichtig, dass sie mit der Hand geschrieben waren. Sie sollten durch die Schrift meine Persönlichkeit transportieren.

Schrift ist eines meiner Steckenpferde – diese Vorliebe findet sich in meinem Leben oft wieder. Zum Thema: Eigene Worte zu finden ist ebenfalls wichtig und nicht etwa zu klauen, beispielsweise aus Gedichten. Was ich auch schön finde – vor allem in Liebesbriefen – sind die Kleinigkeiten, die entdeckt werden können. Beispielsweise Zeichnungen, etwa am Rande, die nicht sofort sichtbar sind – Details, die der Empfänger erst beim 2. Blick entdeckt.

 "Save the Date" - eine handgeschriebene Einladungskarte

„Ich mag alte Drucktechniken – ich denke, daher kommt diese Vorliebe für Stempel.“ Foto: CEWE Fotostudio, P. Mühlhausen

Wann haben Sie denn Ihren letzten Liebesbrief geschrieben?

Ich schreibe auch jetzt noch regelmäßig kleine Briefchen, auch im Alltag. Den letzten habe ich vor knapp zwei Wochen verfasst.

An Ihren Mann, denke ich, oder?

(lacht) Ja, an meinen Mann.

Von der Liebe zur Hochzeit: Wann bleibt Ihnen eine Einladung oder auch Glückwunschkarte zur Hochzeit besonders in Erinnerung?

Wirklich wichtig finde ich tatsächlich ein schönes Foto des Paares. Allerdings kann man auch durch das richtige Design den eigenen Charakter und den des Festes unterstreichen. Durch Farben und Formen der Karte bekommt der Empfänger einen Eindruck und hat das kommende Look & Feel vor Augen. Solche Einladungskarten hebe ich mir in der Flut der Dinge, die ich bekomme, dann tatsächlich auch auf.

Wenn Sie nach der Glückwunschkarte fragen, die ich beispielsweise anlässlich einer Vermählung schreibe: Überlegen Sie sich, was dem Paar gefallen könnte und zu ihnen passt und ihren Geschmack bedient.

Blick in das Arbeitszimmer

„Schrift ist eines meiner Steckenpferde“ – diese Vorliebe findet sich im diese Vorliebe findet sich Leben von Johanna Huber oft wieder. Foto: CEWE Fotostudio, Pascal Mühlhausen

Wie sahen denn die Einladungskarten für Ihre eigene Hochzeit aus? Was war dann das Außergewöhnliche?

Wir haben vor sieben Jahren geheiratet. In Anbetracht all dessen, was gemacht werden muss, hatten wir erst überlegt, Dinge nach außen zu geben. Wir haben aber festgestellt: Das ist uns beiden nicht möglich. Wir mussten die Gestaltung in die eigenen Hände nehmen. Es sollte einfach zusammenpassen.

Wir haben dann auch alles Mögliche designt, gestempelt und beschriftet und mit unserem Logo versehen – von der Einladung und Menükarte bis zum Liegestuhl im Garten und den Packungen der Taschentücher, die dann in der Kirche auslagen.

Es war sehr aufwändig, aber wunderschön. Jedes Teil war unverwechselbar unser Detail und ganz wir.

Lebensfroh: Johanna Huber

Johanna Huber erinnert sich gerne an die eigene Hochzeit: „Es war sehr aufwändig, aber wunderschön. Jedes Teil war unverwechselbar unser Detail und ganz wir.“ Foto: CEWE Fotostudio, Pascal Mühlhausen

Welche Ihrer Designs rufen Sie sich gerne wieder ins Gedächtnis?

Ich erinnere mich gerne an eine Reihe von Tauf-Designs, die sehr knallig waren. Bei diesem Anlass geht es nämlich sonst eher in Richtung der Pastelltöne sowie feiner und kleiner Details. Ich fand Designs von mir immer sehr schön, die beispielsweise einfache Fischformen besaßen und das Thema nicht so verniedlichten.
Besonders gerne mag ich auch einige meiner Collagetechniken, die bereits ein paar Jahre alt sind. Mit verschiedensten Stofftexturen, Farben und Bändern, außerdem kalligraphischen Elementen, die zum Teil auch ein wenig mich darstellen. Ich verstehe mich gerne als jemand, der mit den Händen arbeitet.

Zu Ihren neuesten Arbeiten zählen Hochzeitsdesigns mit partieller Lackierung. Was unterscheidet sie von den „normalen“ Designs?

Sie spielen zusätzlich mit einer anderen Ebene, beispielsweise Licht, das vorhanden ist. Sie sind noch raffinierter, mehrschichtiger. Sie haben auch einen zusätzlichen Hauch von Noblesse – dafür sind diese neuen Elemente sehr geeignet, da sie den Karten für den schönsten Tag des Lebens einen besonderen Touch geben.

Johanna Huber zeichnet

Die Design-Expertin spielt gerne mit zufälligen Elementen, handgefertigten Details und Schrift. Foto: CEWE Fotostudio, Pascal Mühlhausen

Und wodurch lassen Sie sich beflügeln, wenn ein neuer Auftrag ins Haus steht?

Meine allergrößte Inspirationsquelle war und ist schon immer die Typografie. Alles, was mit Buchstaben, Schrift und Lettern zu tun hat, ist eine Quelle. Auch kommen meine Ideen aus meinem bunten Alltag mit Kindern, die mir viel vormachen, was ich in der eigenen Gestaltung bewerkstelligen kann. Oder aus dem Garten: Ich schöpfe unheimlich viel aus der Natur. Vor allem, was die Farben betrifft, etwa die Blüten und ihre Formen – es ist beeindruckend, was die Natur mischt.

Wenn die Inspirationsquelle gefunden ist, zeichnen Sie im Anschluss mit der Hand vor?

Grundsätzlich bin ich eine geborene Jägerin und Sammlerin. Ich sammle das ganze Jahr über und ständig – vom Stempel bis zu Karten oder Zettelchen, bestimmten Texturen und Formen. Wenn ich entwerfe, stöbere ich in diesem Fundus und blättere durch Zeitschriften und Bücher und kopiere gern alles zusammen.

Dann schaue ich mir natürlich auch Trends an. Irgendwann gibt es dann eine Schnittstelle aus beidem – daraus mache ich dann eine Skizze, auch mit der Hand, aber eigentlich schon die meiste Zeit mit dem Computer. Meine Dokumente sind sehr wild und auch chaotisch, gerade am Anfang. Ich schlafe dann ein paar Tage darüber – irgendwann kommt dann auch eine gewisse Ordnung hinein. Es findet sich zusammen, was zusammen kommen muss.

Zusammengesetzte Worte

Johanna Huber verleiht Herzensdingen gerne die eine besondere Handschrift. Foto: CEWE Fotostudio, Pascal Mühlhausen

Als jemand, der mit Texten umgeht, benutze ich gerne schöne Notizbücher. Haben Sie als Designerin auch ein Lieblingswerkzeug?

Das ist bei mir definitiv der Stempel. Ich stemple. Alles, was ich irgendwann einmal schön fand, habe ich in einen Stempel geschnitten. Ich mag das Bild, das auf diese Weise erzeugt wird. Es ist zufällig und unvorhersehbar, gleichzeitig hat es etwas Bürokratisches.

Diese Mischung finde ich spannend, weil es so individuell und typisch ist. Man kann es nicht berechnen, es ist im positiven Sinne nicht perfekt und entspricht irgendwie meiner Lebensvorstellung und meiner generellen Vorstellung von Gestaltung.

Unsere Hochzeit, von der ich bereits berichtet habe, war von oben bis unten gestempelt. Das ist eine Geschichte, auf die mich auch heute noch viele Menschen ansprechen. Man verbindet mich mit dem Stempel.

Design von Johanna Huber für Hochzeitseinladungen aus der Kategorie CEWE CARDS

Design-Expertin Johanna Huber spielt gerne mit zufälligen Elementen, handgefertigten Details und Schrift.


Wie weit geht denn diese Liebe?

Ich sammle Stempel aller Art. Schriftsätze, alte Bleisätze, Buchstaben, Ähnliches und vermische sie dann miteinander. Wenn ich selbst Stempel schneide, arbeite ich gerne wie beim klassischen Kartoffel-Druck. Aber auch Radiergummis oder Moosgummi eignet sich ganz wunderbar. Ich schneide dann mit einem Cuttermesser oder einem anderen scharfen Gegenstand meine Bilder in dieses Material. Ich mag alte Drucktechniken – ich denke, daher kommt diese Vorliebe.
Ich habe zu einer Zeit studiert, in der der Computer noch nicht unbedingt das Hauptwerkzeug war. Wir haben unter anderem mit Monotypien und Lithographien gearbeitet. Einfach all diese Techniken gehen meiner Liebe für Stempel voraus. Es ist einfach daraus geboren, dass man 1:1 druckt und es hat etwas von einem Handschlag.

Haben Sie für Designs von CEWE auch schon mal einen Stempel geschnitzt?

Nein, das nicht. Aber viele der Entwürfe arbeiten von sich aus mit nicht homogenen Druckflächen und der Anmutung von Stempeln. Sie spielen mit zufälligen Elementen, handgefertigten Details und Schrift. Der Stempellook, den ich so liebe, findet sich also auch hier wieder.

 


 

 Von bewährten Techniken beeindruckt: Johanna Huber

„Ich sammle Stempel aller Art. Schriftsätze, alte Bleisätze, Buchstaben, Ähnliches und vermische sie dann miteinander.“

Hochzeit 2016: Das sind die Trends

Was begleitet Paare, die in diesem Jahr heiraten? Laut Johanna Huber werden vor allem die 80er Jahre sowie Bauhaus-Elemente eine Rolle spielen. Klare Formen und Quadrate ergänzen sich dann mit eher trüben Farben, unterstrichen durch Neon-Akzente.

Johanna Huber: „Immer beliebt wird auch die klassische Hochzeit sein.“ Zu deren Charakterzügen zählen: Ton-in-Ton-Farbgebungen sowie edle, zurückhaltende Farben.

Huber: „Ebenfalls nie aus der Mode: Veredelungsgeschichten in Lack und Silber, wie sie CEWE jetzt für die CEWE CARDS anbietet. Das wird sich für Hochzeiten nie ändern.“


 

 

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